Sedanplatz: der Tunnelkrieg
Sonntag, den 16. Mai 2010 um 17:37 Uhr
Nehmen wir es mal mit etwas Humor: Damals, vor ca. 140 Jahren schlugen die Deutschen die Franzosen bei Sedan, einen Tag später kapitulierten die französischen Truppen und der französische Kaiser Napoléon der III. wurde in Gefangenschaft genommen.
Und heute? Am Sedanplatz in Vegesack werden Schlachten vom Schreibtisch und Reissbrett aus gewonnen und verloren.
Erst zirkelten die "Planer" eine "Markthalle" zwischen die vorhandenen Gebäude, jetzt wollen Sie auch noch unter allen Umständen Maulwurf spielen und einen Tunnel, zwischen der Tiefgarage unter dem Sedanplatz und dem zukünftigen "Stadthaus Vegesack", bauen. Stellt sich nur die Frage: wer braucht diesen Tunnel, und wem nützt er letztendlich? Wollen dort etwa in Zukunft honore Personen unauffällig zu ihrem Arbeitsplatz gelangen?
STOP - wahrscheinlicher ist wohl, dass man mal wieder nicht weiss wohin mit ca. 300.000 Euro. Ist doch gar nicht lange her als offenkundig wurde, dass ein Bremer Senator keine Verwendung in Bremen-Nord für 1.000.000 Euro hatte. Jaja, den Nordbremern gehts ja auch richtig gut, die haben doch alles bekommen was sie wollten. Erst ein wunderschönes Einkaufszentrum (als Vorlage diente wohl der U-Bootbunker Valentin mit seiner filigranen Architektur), dann die Markthalle auf dem Sedanplatz (die eigentlich schon im Vorfeld bei den Bürgern sehr umstritten war). Dann das Highlight schlechthin: eine "Gläserne Werft", falsch - da reichte das Geld dann doch nicht (warum eigentlich nicht???). Also gab es die abgespeckte Version, das "Schaufenster Bootsbau". In einem wunderschönen Rot erstrahlt es nun am Ende der "Maritimen Meile", zwei Blechbüchsen, die eine flach aufgestellt, die andere hochkant als Aussichtsturm (so etwas gab es doch schon mal an der innerdeutschen Grenze...). Mal ganz ehrlich: heutzutage haben die Architekten Glück, dass sie nicht zu Zeiten Neros leben..... Naja, dafür bekommen wir jetzt noch eine Ausstellung im Havenspeicher, ein Stadthaus - und - einen Tunnel!
Bleibt zu Hoffen, dass der Tunnelbau nochmal überdacht wird. Man könnte doch auch mal einen Teil der Shoppingmeile überdachen. Die Bremer Firma Foiltec hätte somit doch auch ein wunderbares Referenzobjekt quasi vor der Haustür. Ach nein, wir lassen die Nordbremer lieber etwas im Regen stehen, sind ja "nur" drei Stadtteile von Bremen.......armes Bremen-Nord!
Und wen nehmen wir heute in "Gefangenschaft"???